Im sportlichen Judo-Wettkampf treten die Athleten gemäß ihres Alters, Gewichts und nach Könnensstufe an. Turniere werden von Vereinen oder Verbänden bzw. Dachverbänden des Judo Kampfsports organisiert.
Der Wettkampftag beginnt mit der Registrierung der Teilnehmer und der Gewichtskontrolle. Die Registrierung findet am Vortag oder am Morgen des Turniers statt. Bei größeren internationalen Begegnungen wird häufig eine Voreinschreibung einige Wochen vor dem Turnier verlangt.
Üblicherweise wird eine Startgebühr zwischen zehn und 20 Euro verlangt.
Die Teilnehmer müssen eine Mitgliedsbestätigung ihres Vereines oder Verbands vorlegen, bei internationalen Turnieren oder Meisterschaften zusätzlich ihren Pass.
Bei Kinderturnieren kann ein ärztliches Attest und / oder die Einverständniserklärung der Eltern verlangt werden. Die Einschreibebedingungen werden auf der Ausschreibung bekannt gegeben.
Sind alle Teilnehmer gemeldet, werden Kampfpaarungen ausgelost.
Zu Beginn des Turniers werden die Kämpfer, und bei mehreren Kampfflächen, ihre jeweilige Kampffläche aufgerufen. Ein Offizieller wird die Kämpfer am Mattenrand identifizieren und ihnen die Kampfgürtel aushändigen oder sichergehen, dass einer einen weißen, der andere einen blauen Judogi trägt. Dies dient zur Unterscheidung der Kämpfer auf der Matte.
Die Kontrahenten verbeugen sich, bevor sie die Matte betreten. Sie gehen zum äußersten Rand der Kampffläche, stehen sich gegenüber und verbeugen sich voreinander. Jetzt treten sie an ihre weiße bzw. blaue oder rote Kampflinie, stehen sich gegenüber und verbeugen sich erneut. Durch einen weiteren Schritt über ihre Kampflinie stehen beide innerhalb der Linien und zeigen so, dass sie bereit sind.
Auf das Zeichen „hajime“ des Kampfrichters beginnt der Kampf. Gibt der Kampfrichter das Zeichen „matte“, kehren die Kämpfer auf ihre Ausgangsposition zurück.
Auf das Zeichen „soremade“ kehren die Kämpfer auf ihre Ausgangsposition zurück und erwarten die Entscheidung. Nach Bekanntgabe der Entscheidung treten sie hinter ihre Linien und verbeugen sich. Sie verlassen die Kampffläche auf demselben Weg, den sie gekommen sind und verbeugen sich am äußersten Rand der Kampffläche noch einmal.
Erreicht ein Kämpfer einen „Ippon“, ruft der Kampfrichter „Ippon, soremade“. Ein Ippon oder voller Punkt beendet den Kampf. Der Kämpfer, dem ein Ippon gelingt, ist der Sieger. Ein Ippon kann sowohl im Tachi-waza (Standkampf) als auch im Ne-waza (Bodenkampf) erreicht werden.
„Ippon“: Ein Kämpfer wirft seinen Gegner mit großer Kraft und Geschwindigkeit auf den ganzen Rücken; oder: Es gelingt ihm, seinen Gegner mit „osaekomi-waza“ (Haltegriff) länger als 25 Sekunden auf der Matte festzuhalten; oder: Der Gegner gibt durch Abklopfen auf die Matte mit einem Körperteil oder dem Ausruf „matte“ auf. Das Abklopfen kann durch einen starken Haltegriff, „shime waza“ (Würgetechnik) oder „kansetzu waza“ (Armhebel) verursacht werden.
Wird ein Kämpfer mit „hansoku make“ bestraft, wird sein Gegner zum Sieger erklärt.
Gelingen einem Kämpfer zwei „waza-ari´s“ (oder ein waza-ari und ein keikoku) gewinnt er den Kampf mit Ippon.
„Waza-ari“:Ein Kämpfer wirft seinen Gegner kontrolliert, aber ein elementarer Bestandteil zum Erreichen des Ippon fehlt, oder: Es gelingt ihm, seinen Gegner 20 Sekunden lang, aber keine 25 Sekunden zum Ippon festzuhalten. Wird ein Kämpfer mit „keikoku“ bestraft, erhält der andere dafür waza-ari.
„Yuko“: Ein Kämpfer wirft seinen Gegner kontrolliert, aber zwei elementare Bestandteile zum Erreichen des Ippon fehlen; oder: Es gelingt ihm, seinen Gegner 15 Sekunden lang, aber keine 20 Sekunden zum Waza-ari festzuhalten. Wird ein Kämpfer mit „chui“ bestraft, erhält der andere dafür yuko.
„Koka“: Ein Kämpfer wirft seinen Gegner kontrolliert mit Kraft und Geschwindigkeit auf dessen Oberschenkel oder Hintern; oder: Es gelingt ihm, seinen Gegner 10 Sekunden lang, aber keine 25 Sekunden zum Yuko festzuhalten. Wird ein Kämpfer mit „shido“ bestraft, erhält der andere dafür koka.
Wird kein Ippon erreicht, gewinnt derjenige, der die meisten Punkte mit der entsprechend höheren Wertung erreicht hat. D.h. waza-ari ist höher zu bewerten als yuko, der wiederum höher zu bewerten ist als koka. Beispielsweise hat ein Kämpfer mit zwei yuko gegen einen yuko und sechs koka seines Gegners gewonnen. Die höhere Wertung entscheidet.
Besteht Gleichstand nach der regulären Kampfzeit, wird der Sieger durch Kampfrichterentscheid des Hauptkampfrichter und der zwei Nebenkampfrichter erklärt.
Sie geben ihre Entscheidung jeweils durch das gleichzeitige Heben der roten bzw. weißen (je nach Zuordnung der Kämpfer) Flagge bekannt. Alle Entscheidungen richten sich nach der „majority of three“, d.h. mindestens zwei der drei Kampfrichter müssen übereinstimmen. Als Neuerung, um den Leistungssport Judo zuschauergerechter zu gestalten, wurde der „golden point“ eingeführt. Diese neue Regelung befindet sich derzeit in der Testphase. Besteht nach der regulären Kampfzeit Gleichstand, wird der Kampf solange weitergeführt, bis einer der Kämpfer eine Wertung erzielt. Dieser wird zum Gewinner erklärt. Dabei ist es gleichgültig, welche Wertung erfolgt.
„Osaekomi“: Gelingt es einem Kämpfer, seinen Gegner in Ne-waza mit einem Haltegriff kontrolliert zu halten, wird der Kampfrichter „osaekomi“ (Halten!) anzeigen. Der Rücken, beide Schultern, oder eine Schulter des Gehaltenen müssen die Matte berühren.
Kontrolliert werden kann von der Seite, von hinten oder von oben. Der Haltende darf seine Beine oder seinen Körper nicht von seinem Gegner mit den Beinen umschlingen lassen. Einer der beiden Kämpfer muss mit mindestens einem Körperteil die Matte berühren, wenn „osaekomi“ angezeigt wird. Wird eine dieser Kriterien nicht eingehalten, gilt der Haltegriff als gelöst und der Kampfrichter wird „toketa“ (Gelöst!) anzeigen.
„Sonomama“: Ruft der Kampfrichter „sonomama“, und zeigt dies durch das Auflegen einer Hand auf einem Kämpfer an, erstarren beide Kämpfer in der Stellung, bis der Kampfrichter den Kampf durch „yoshi“ wieder freigibt.
„Matte“: Gibt der Kampfrichter das Zeichen „matte“, kehren die Kämpfer auf ihre Ausgangsposition vor ihre Kampflinien zurück und erwarten dort die Fortsetzung des Kampfes durch „hajime“.
Innerhalb / außerhalb: Die rote Matte ist die gefährliche Zone der Kampffläche. Sie umgibt die eigentliche Kampffläche und gehört zu ihr, zählt also als innerhalb.
Berührt ein Kämpfer in Tachi-waza außerhalb der roten Matte mit einem Körperteil die Außenfläche, so gilt dies als außerhalb.
Hat er eine Technik innerhalb begonnen, so dass sein Gegner vor dem Geworfen-werden nach außerhalb ausweichen muss, kann er dafür Punkte erzielen, wenn es sich um eine kontinuierliche Angriffsaktion handelt.
Ohne direkte Aktion darf keiner der Kämpfer länger als fünf Sekunden die rote Matte berühren. Nach fünf Sekunden erhält der oder die Kämpfer als Strafe chui, was seinem Gegner als yuko gutgeschrieben wird. So kann im Falle einer Angriffsaktion durch ein Hinaustreten eine eventuelle Wertung nicht verhindert werden.
In Ne-waza darf bei einem Haltegriff kein Körperteil beider Kämpfer die Kampffläche mehr berühren, um als außerhalb zu gelten. Der Haltegriff wäre gelöst und der Kampf beginnt wieder im Stand von den jeweiligen Ausgangspositionen.
Die effektive Kampfzeit beträgt für Junioren und Senioren fünf Minuten. Die Damen kämpfen vier Minuten, im Jugendbereich ab drei Minuten aufwärts. In Kampfpausen, z.B. zum Kleiderordnen, wird die Kampfzeit angehalten. Sie läuft mit „hajime“ des Kampfrichters weiter.
(vgl. What to Expect at a Tournament auf: http://judoinfo.com/tourdesc.htm, siehe Anhang)