Dojo

„Do|jo [[ ] ] das; -s, -s <zu jap. dō «Weg» u. jō «Ort»>: (heiliger) Ort, an dem Kampfkünste gelehrt (u. geübt) werden, auch Stätte der Meditation“
Quelle: DUDEN - Das große Fremdwörterbuch

Das Dojo ist ein geheiligter Ort für die Ausbildung des Geistes und Körpers. Hier müssen Disziplin, richtige Etikette und Förmlichkeit herrschen. Der Übungsort muß eine ruhige, reine, sichere und ernsthafte Atmosphäre bieten.
Das Wort Dojo entstammt aus dem Begriff Zen-Do. Es war im Zen-Buddhismus ein Ort der Erleuchtung, eine Meditationshalle. Mit diesem Wissen wird das Prinzip der Einteilung der Seiten des Dojo verständlich.

Die im folgenden genannten Seiten beziehen sich immer vom Eingang aus gesehen. Rechts befindet sich die Joseki-Seite. Da nehmen die Lehrerassistenten Aufstellung. Gegenüber dem Eingang befindet sich die Kamiza-Seite, auch Göttersitz genannt. Dort befand sich ein Altar, der einer Gottheit geweiht war. An der Kamiza-Seite nehmen hohe Ehrengäste und Meister Platz.

Die linke Seite wird Shomoseki-Seite genannt, die Schülerleiste. An der Eingangsseite nehmen Dan-Träger Platz, die Trainingsteilnehmer sind.
Alle Trainingsteilnehmer und auch die Lehrer nehmen stehend Aufstellung. Der höchstgraduierte Lehrer links von seinen Kollegen, dann nach rechts in Reihenfolge der Graduierung. Hohe Ehrengäste sowie alte und gebrechliche Lehrer können auch auf einem Stuhl sitzen Aufstellung nehmen.
An der Shomoseki-Seite stellen sich die Schülergrade auf. Von Joseki aus links gesehen, beginnen die Braungurte, dann nach Gürtelfarbe nach links. Alle Trainingsteilnehmer erwarten eine Geste des Lehrers, die sie zum Abknien auffordert. Es wird dann gemeinsam (Lehrer und Schüler) in den Kniesitz (seiza) übergegangen. Sehr unterschiedlich sind die Kommandos zum Angrüßen, die vom höchsten Schülergrad gegeben werden. Nach Vollberg heißt das erste Kommando Sason (Richtig) oder auch Seisai (Achtung). Jetzt müssen alle Teilnehmer gerade, ruhig und konzentriert sitzen. Dann kommt vom gleichen Schüler das Kommando Rei (Grüßen) und alle grüßen gleichzeitig mit einer Verbeugung. Nach dem Angrüßen steht der Lehrer als erster auf und gibt durch ein Zeichen (meist kiritsu - Aufstehen) zu verstehen, dass alle aufstehen dürfen. Die gleiche Reihenfolge ist beim Gruß am Ende einzuhalten. In einigen Dojos ist vor der Verbeugung das Wort mokuso geläufig. Das heißt Konzentrationssitz. Wer später kommt, macht am Mattenrand eine Verbeugung im Stehen zur Kamiza - Seite, geht dann zum Lehrer und teilt ihm den Grund seines verspäteten Kommens mit. Auch wer das Dojo noch während des Trainings verlässt, grüßt zur Kamiza - Seite. Unterschiedlich kann das Grüßen der Lehrer untereinander sein. Zwei Lehrer verbeugen sich nach dem allgemeinen Grüßen zueinander. Bei mehreren Lehrern kann das gegenseitige Grüßen auch unterbleiben.
In europäisch eingerichteten Räumen sitzt der Ranghöchste immer weit weg von der Tür, die rangniedrige nahe der Tür. Dies könnte bedeuten, japanische Meister nicht in der Nähe der Tür stehen oder sitzen zu lassen. er müsste sich ähnlich wie in einem Zimmer, in der Nähe der Nische (Alkave) befinden.