Durch gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen
„Jita-Kyoei“
Judo hebt sich, besonders durch seine Grundprinzipien, von anderen Kampfsportarten ab. Im Karate und Kickboxen sind beispielsweise Schläge und Tritte erlaubt – natürlich ebenfalls nach Regeln, allerdings sollen diese Möglichkeiten der ernsthaften Verletzung des Partners im Judo gar nicht erst auftreten und sind somit von vorneherein als regelwidrig ausgeschlossen.
Das erste der beiden Judoprinzipien, „durch gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen“, stellt Judo über das Niveau eines normalen Zweikampfsports und beinhaltet sogleich die pädagogische Zielsetzung dieses Sports. Im Judotraining gibt es keine Gegner, sondern nur Partner. Jeder ist für seinen Partner und dessen Unversehrtheit verantwortlich. Judo ist ohne Partner nicht denkbar. Der Sportler ist auf die konstruktive Kritik des anderen sogar angewiesen – lernt man z.B. eine neue Wurftechnik, liegt es auch in der Hand des Partners, wie schnell sein Gegenüber die Technik erlernt. Er kann ihm durch seinen Körper signalisieren, dass der Partner z.B. beim Wurfeingang zu wenig gezogen hat oder kann ihm Auskunft über die Effektivität des Wurfansatzes geben. Beide lernen miteinander und voneinander und erfahren dadurch die Notwendigkeit des fairen Umgangs miteinander.