Gegenstand der vorliegenden Beiträge war die Betrachtung der Kampfkunst Judo unter sportlichen, geschichtlichen, psychologischen, gewaltpräventativen und gesundheitlichen Gesichtspunkten. Der Schwerpunkt lag bei der Eignung der Kampfkunst Judo als Mittel zur Gewaltprävention.
Eine Kampfkunst lässt sich unter drei Aspekten betrachten.
Der praktischen Anwendung, dem mentalen Aspekt und dem philosophischen Aspekt. Dies gilt auch für Judo. Judo als Leistungssport konzentriert sich auf die Anwendung der Kampfkunst. Dies kommt speziell im sportlichen Wettkampf zum Ausdruck.
Charakteristisch für die Kampfkunst Judo steht der philosophische Aspekt. Dies wird aus den geschichtlichen Ursprüngen ersichtlich.
Jigoro Kano brachte diese Philosophie in zwei Prinzipien zum Ausdruck, die sich in allen Elementen dieser Kampfkunst wiederspiegelt.
Durch die Graduierung eröffnet sich der breitensportliche Aspekt, der durch die Judo-Safari und das Sportabzeichen in Erscheinung tritt.
Judo als Mittel der Gewaltprävention muss Bedingungen erfüllen, die sich in der sozialen Kompetenz der Teilnehmer ausdrücken. Die Verantwortung für sich und für andere muss geweckt werden. Ein Eindämmen der Gewaltbereitschaft wird durch die Betonung des sozialen Miteinanders als auch das Erleben von Sieg und Niederlage und die Betonung gegenseitigen Respekts in traditionellen Rollen erreicht.
Kritischen Stimmen stehen persönlichkeitsfördernden Faktoren gegenüber. Es gilt, Attraktivitätsattribute für die Jugendlichen mit den positiven Wirkungen des Judo als gewaltpräventives Mittel zu verbinden und die möglichen Gefahren zu kontrollieren.
Dies kann im Rahmen eines Judokurses an Schulen unter gewaltpräventiven Gesichtspunkten durchgeführt werden. Das vorgestellte Kurssystem kann als Anregung und Orientierung bei der Entwicklung eigener präventiver Gewaltmassnahmen dienen.
Unter definierten Bedingungen hinsichtlich des Anforderungsprofils kann Judo auch als rehabilitatives Mittel im Gesundheitssport Anwendung finden.
Judo und warum Judo.